Ich bin mit meinem Auto nach Hause gekommen, nicht mit der Flugbereitschaft des Deutschen Bundestages, mein Auto wurde nicht gestohlen, ich kam vom Strand der Havel, nicht aus Alicante, keiner wirft mir irgendetwas vor. Wie langweilig. Aber ich bin kein Regierungsmitglied, auch nicht in der SPD, zwei Dinge, die sich wohl in den nächsten Jahrzehnten in dieser Kombination erledigt haben dürften. Ist das nun schade oder eher nicht? Wer weiß das schon…

Es hat schon ein „Gschmäckle“, wenn ein Regierungsmitglied in den Urlaubsort fliegt und den Dienstwagen durch Chauffeur 2.400 km nachkommen lässt, um einen Bürgermeister zu besuchen und ein paar Industrielle. Dazu war der Fahrdienst der Botschaft nicht gut genug. Eine Ministerin braucht ihren Dienstwagen zum Besuch eines Bürgermeisters im Urlaub. Selbst beim Schreiben ist der Inhalt dieses Satzes kaum zu glauben. Ist aber passiert. Wenn Frau Schmidt ihr Gefährt wenigstens zu Gunsten eines Entwicklungshilfeprograms versteigert hätte. Oder zu Gunsten ihrer Not leidenden Partei. Im Angesicht der aktuellen Wählerstimmung hätte nicht einmal die CSU etwas gesagt. Oder gar der Bund Deutscher Kleingärtner. Aber so? Aufgeflogen ist die kleine Spritztour dann ja auch nur, weil dem unglückseligen Chauffeur das gute Stück deutscher Automobilbaukunst unerlaubt entwendet wurde: Fahrer, Moral und Stimmvieh örtlich betäubt. Unerhört.

Tapfer habe ich den Sozialdemokraten schon aus Trotz – aus Überzeugung schon lange nicht mehr – die Treue gehalten. Und jetzt? Was wählen? Die Fallschirmspringer Westerwelles? Den Haufen von Oskar ‚Bonaparte‘ Lafontaine mit seinen Beutedeutschen Museumslinken? Die Grünen, bei denen Proporz mehr Inhalt ist als irgendeine Lösung für irgendetwas? Horst Schlemmer ins Kanzleramt? Deutschnationale zerebral entkernte Dumpfgröler?

Gut, Gartenzwerge sind jedermanns Sache nicht, aber Tante SPD bot an ihren sozialneurotischen Titten wenigstens ein bisschen Nestwärme, die durch telegene Zaunrüttler das gewisse Quantum Machismo hatte, um dennoch Eier zum Blaumann tragen zu dürfen. Alles vorbei? Bloß weil eine blassrosa Politnymphomanin einem iberischen Bürgermeister die Effizienz deutschen Gesundheitsunwesens durch das größere Auto beweisen wollte? Vor meinen geistigen Augen kreuzt gerade Helmut Kohl mit der Gorch Fock auf dem Wolfgangsee…

Lasst mich für einen Augenblich Alfred Tetzlaff sein, der Kassenulla ein herzhaftes „dusselige Kuh!“ zuruft mit der Aufforderung, der dem Steuerzahler entstandenen Schaden aus der eigenen, vom Steuerzahler subventionierten Kasse zu begleichen. Wird sie aber nicht. Die dusselige Kuh. Der Schaden für die SOZIALdemokratie Deutschlands ist sowieso nicht zu tilgen.

Was kommt als nächstes? Castet RTL II Müntefering für die Dokusoap „Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben“, weil seine neue Gespielin für sich ein Kinderzimmer braucht? Zockt von der Leyen Wählerstimmen bei Frauentausch?  Bekommt Amrum endlich einen Flughafen, damit Schröder dort die örtliche SPD-Nasszelle konspirativ unterwandern kann? Wird für Wowereit ein Dancefloor im Roten Rathaus installiert?

Die Asozialdemokraten haben entschieden: Regierungsenthaltsamkeit als Parteiprogramm. Ich schlage vor: Bayerns Stimmenhure Pauli ins SPD-Präsidium. Wer zu blöd ist, die eigenen Wahlunterlagen zu unterschreiben und einzureichen, findet in diesem Angstschweißfeutbiotop einen adäquaten Überlebensraum. Tiefer geht’s nimmer!

Obwohl…

Wenigstens wurde die Staatskarosse in der Zwischenzeit unversehrt wieder aufgefunden. Vielleicht war dem Dieb Ulla Schmidts Stallgeruch zu penetrant. Wahrscheinlicher wäre allerdings Version zwei: Angeblich hat die örtliche Polizei die Fingerabdrücke von Heide Simonis – Sie erinnern sich? Ehemalige Ministerpräsidentin in Schleswig-Holstein? Nein? – am Lenkrad der Limousine sichergestellt…

Ach übrigens: die böse Ulla darf nun weder im Schattenkabinett noch im Kompetenzteam Steinmeiers mitspielen. Böse, Ulla!