Dem Clown ist gerade die Nase verrutscht, ein wenig. Was nicht weiter auffiele, wäre nicht Karneval gewesen und somit jede verrutschte Nase per se verdächtig. Sie ist nicht mit ollen Kamellen aus dem Gesicht geschossen, eher verutscht, weil auch dem Clown mal ohne Schnupfen das Näschen feucht wird. Nicht die Augen, nein, Clowns haben allenfalls feuchte Nasen, nur feuchte Nasen, nie feuchte Augen. Nicht Clowns. Clowns weinen, nicht? Dummes Komma, auf Deinen Platz, wenn einer Fragen stellt, dann ich, der Clown, der mit – der Nase?

Wie viel es hier zu lesen gibt, wie aber wenig zu erfahren. Viel zu erfahren durch Vergleich von Text und Reaktion. Nicht wichtig, denn der Clown spielt seine Rolle. Die wer definiert? Immer der Betrachter. Denn das aufgeschminkte Gesicht zeigt Grimasse, nur das darunter sich – Camouflage d’amour? Nur – die Nase ist verrutscht. Und auf der anderen Seite des halbrunden Tisches? Wird schon lange nicht mehr gelacht. Da darf die Nase nichts riechen. Da muss die Maske perfekt sitzen. Immer perfekt. Auf der anderen Seite lacht auch der Clown nicht mehr. Da stehen leere Flaschen wie Grabmale auf dem Friedhof, halten aber noch keine Totenwache. Noch nicht. Doch sie stehen schon Spalier, ein junges Leben in die Katakomben zu schicken, es wäre hell dort und die Leere würde verschwinden, dosiere man nur hoch genug, und Potential, ja, Potential wäre doch ein sehr akademischer Wert und eher hinderlich und überhaupt. Beide Seiten des Tisches wissen Bescheid.

Der Clown öffnet auch ein Bier, diesseits (?) der Wand. Es schmeckt fad und erfüllt seinen Zweck, den ungeliebten. Nebenan ist der Zweck Lebensziel. Leere schaffen, Leere füllen. Funktionieren. Doch. Die Maske auf der anderen Tischseite sitzt. Allwetternase. Die Mauer? Das wissen darüber und die Angst davor. Liebe und Hass und Verzweiflung und Hoffnung und Mitleid und Verlangen und Sucht und Illusion und Schminke und Leben und Fassade und nichts und alles nichts und Exzess und freier Fall und Ängste und schön, hässlich, laut, sanft, arm. Eng beieinander. Innig verzahnt. Was ist Maske? Was Mensch? Was wann wer? Warum wie wo? Coabhängig. Überlegen, unterlegen, unten liegend, naheliegend. Fürsorglich. Auch, ja. Hilflos, sorgsam, voller Sorgen. Ja, auch.

Die Liebe des Lebens eine Spur verlaufenden Kajals? Gewohnheit? Und der Clown? Ist nicht zu haben. Der Clown rückt seine Nase zurecht. Der Clown ist die Maske, die von ihm erwartet wird. Der Clown ist? Lustig. Dem Clown ist? Wer, bitte, will das wirklich wissen? Die Meute hat bezahlt. Die Meute wartet. Ein bisschen Verlust? Ist immer…

Und der Clown? Liebt. Möglicherweise…